Import während und nach der Corona Zeit

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Import während und nach der Corona Zeit

Mitte März begannen die Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus. Zahlreiche Betriebe mussten geschlossen werden. Auch die Transport- und Logistikketten waren davon betroffen, die für den Außenhandel entscheidend sind. Waren konnten häufig nicht mehr versendet werden, weshalb es beim Export zu diesem bisher beispiellosen Einbruch kam. Einige Exportwaren konnten nur auf Halde produziert werden und steckten im Lager fest.

Experten erwarten eine Entspannung der Lage, sobald eine vollständige Öffnung der Grenzen wieder möglich wird. Der Austausch mit den europäischen Nachbarländern spielt dabei die größte Rolle. Ab Mai sind auch im Handel mit China wieder größere Impulse zu erwarten.

Auch das Schließen von Grenzen im europäischen Binnenmarkt, die weltweite Verhängung von Handels- und Reisebeschränkungen sowie enorme Störungen in der See- und Luftfracht führten zu einem drastischen Rückgang der Ausfuhren. Die Importe verringerten sich um 21,6 Prozent auf 72,2 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahresmonat. Die SARS-Krise kostete China damals mehr als ein Prozent Wachstum des Jahres 2003. Das coronavirusvirus könnte China zwischen einem halben und anderthalb Prozent Wachstum kosten, schätzt der Ökonom Nick Marro. Anderthalb Prozent weniger, das wäre auch weltweit ein klarer Dämpfer. Der Handels- und Technologiekonflikt mit den USA und die wachsende Vorsicht anderer Handelspartner hinsichtlich technologischer Abhängigkeiten gehen schon bislang nicht spurlos an der chinesischen Exportindustrie vorbei. Seit Jahresbeginn 2020 legt zusätzlich eine hausgemachte Epidemie das Land lahm. Sie wird zumindest im ersten Quartal 2020 die chinesische Wirtschaft deutlich abbremsen. Über das Ausmaß und die zeitliche Dauer der Beeinträchtigungen kann derzeit nur spekuliert werden. Über Ausbreitung und die Wirksamkeit von Gegenmaßnahmen besteht noch keine Klarheit. Wie umfassend und stark mögliche Nachholeffekte im weiteren Jahresverlauf 2020 sein werden, bleibt ebenfalls offen.

Das Argument einer internationalen Neuausrichtung der nationalen Produktionspotenziale infolge von Epidemien ist für sich genommen nachrangig. Es muss allerdings in den gegenwärtigen politischen Rahmen eingeordnet werden. Dieser ist vielfach geprägt von protektionistischem und autarkischem Denken. Insofern besteht die Gefahr, dass ansonsten überschaubare Krisen als Vorwand für eine politisch motivierte Auflösung von internationalen Wertschöpfungsketten angeführt werden. Wir erleben eine Politisierung der Globalisierung, mit der Folge, dass die Dynamik der internationalen Impulse ungleicher und unberechenbarer wird. In dieses Umfeld strukturell erhöhter Unsicherheit ist die Corona-Epidemie einzuordnen. Nicht zuletzt wird die chinesische Partei- und Staatsführung auf den daraus resultierenden bedrohlichen Druck reagieren wollen.

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