5 Gründe, warum die Papierpreise so stark gestiegen sind

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Nicht nur die Energiepreise, sondern auch die Preise für viele Roh- und Grundstoffe sind in letzter Zeit explosionsartig gestiegen. Im Fall des Papiers liegt dies vor allem an den hohen Preissteigerungen bei den Rohstoffen, die zur Papierherstellung benötig werden – allen voran Altpapier und Zellstoff. Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) waren die Großhandelspreise für gemischtes Altpapier im September 2021 gegenüber dem Vorjahresmonat um 222,4 Prozent gestiegen. Papier- und Pappereststoffe verteuerten sich im selben Zeitraum um 147,0 Prozent, Zellstoff war 45,7 Prozent teurer. Dieser Trend hat sich seit dem letzten Herbst weiter fortgesetzt.

Als Grafik- und Druckspezialist trifft uns diese Entwicklung besonders hart, denn wir müssen diese enormen Preiserhöhungen an Sie weitergeben. Deshalb ist es uns ein großes Anliegen, Ihnen die Gründe für diese Entwicklung zu erklären. In der Tat gibt es mehrere davon, die im Zusammenspiel die Lage so schwierig machen:

  1. Weniger Drucksachen in der Vergangenheit bedeuten weniger Altpapier zur Herstellung

Innerhalb von zehn Jahren ist die Produktion von „grafischem“ Papier wie Druck- und Schreibpapier um 32 Prozent zurückgegangen. Das liegt daran, dass weniger gedruckte Zeitungen gelesen, weniger Briefe verschickt, weniger Broschüren gedruckt werden etc. In einem Markt von Angebot und Nachfrage sollte man eigentlich davon ausgehen, dass bei schwächerer Nachfrage die Preise sinken. Beim grafischen Papier ist jedoch das Gegenteil der Fall. Denn zur Herstellung wird häufig auch Altpapier verwendet, das nicht mehr auf dem Markt ist, wenn zuvor die Produktion abgesunken war. Der Mangel am Rohstoff Altpapier lässt die Preise also ansteigen.

  1. Die Coronakrise verschärft die Altpapierknappheit

Die eben beschriebene Situation wurde in der Corona-Krise noch weiter befeuert. Denn in der Pandemie wurden z. B. keine Flyer gedruckt und die Zeitungsverlage verringerten aus Mangel an geplanten Ereignissen den Umfang ihrer Blätter. Dieses nicht gedruckte Papier fehlt nun im Kreislauf.

Auch ein weiterer langjähriger Trend spitzte die Lage in der Corona-Pandemie weiter zu: Während der Bedarf an grafischem Papier aus den eben genannten Gründen zurückging, stieg die Produktion von Verpackungspapieren, vor allem für Versandkartons, infolge des sprunghaft angestiegenen Online-Shoppings, stark an. Auch hierfür wird Altpapier verwendet, das nun für die Produktion von grafischem Papier fehlt.

Da für viele Fabriken die Herstellung nicht mehr wirtschaftlich ist, stellen diese ihre Produktion ganz ein oder auf Verpackungspapier um – mit der Folge, dass sich der Markt für grafisches Papier auf immer weniger Anbieter konzentriert und die Preise noch weiter steigen.

  1. Abnehmerkonkurrenz aus anderen Branchen und Ländern

Deutschlands Papierindustrie gehört zu den bedeutendsten weltweit. Ein Großteil der benötigten Rohstoffe wird jedoch importiert. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden von Januar bis August 2021 insgesamt 3,41 Millionen Tonnen Papier und Pappe zur Wiederverwertung nach Deutschland eingeführt, das war fast ein Viertel (22,1 Prozent) mehr als im Vorjahreszeitraum. Auch die Importe von Holz- und Zellstoff legten im Vergleichszeitraum zu, allerdings nur um 7,7 Prozent. Denn Holz, aus dem auch Zellstoff zur Papierproduktion hergestellt wird, ist ein international begehrter Rohstoff, um den auch andere Branchen und Länder buhlen, sodass die Zellstoff-Preise stark ansteigen.

Hinzu kommt, dass Papier international aktuell sehr nachgefragt ist. Vor allem China zahlt auf dem Weltmarkt horrende Preise. Und das wirkt sich auch auf die Preise hierzulande aus.

  1. Zölle auf Importware aus China

Laut dem Spitzenverband der Druck- und Medienindustrie erhebt die EU seit 2017 Importzölle auf Papierimporte aus China (für Rollenpapiere und für LWC-Papiere/leichtgewichtige gestrichene Papiere). Damit sollen eigentlich europäische Produzenten geschützt werden, doch in der aktuellen Situation verteuern die Zölle das knappe Gut Papier noch weiter – mit negativen Folgen für die Preisentwicklung.

  1. Hohe Transportkosten

Schon seit geraumer Zeit steigen die Logistikpreise stark an – so auch für Papier. Grund sind zum einen die gestiegenen Dieselpreise im LKW-Verkehr, aber auch die weltweiten Probleme im Seeverkehr, die mit Container-Knappheit und in der Folge mit massiv steigenden Frachtraten einhergeht. Der aktuelle Krieg in der Ukraine – und die damit verbundenen Energiekostenerhöhungen für Diesel, Gas und Strom – verschärfen die Lage noch weiter.

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